Legoland: Viele wieder ohne Job
Für hunderte Saisonbeschäftigte enden die Arbeitsverhältnisse
Von unserem Redaktionsmitglied Alfred Schmidt
Günzburg
Mit dem heutigen Beginn des Winterbetriebs im Legoland fallen im Park über 250 Jobs weg. Von den 450 Saisonbeschäftigten werden nur noch knapp 200 an den Wochenenden und den Weihnachtstagen benötigt. Das Arbeitsamt in Günzburg rechnet damit, dass eine große Zahl von Entlassenen demnächst vor seiner Tür stehen wird.
Für die meisten Parkmitarbeiter war klar, dass ihr Arbeitsvertrag mit dem Ende der Hauptsaison auslaufen wird. Sie waren seit der Eröffnung im Mai für die Gästebetreuung zuständig, verkauften Legoartikel in den Shops, kellnerten oder kochten in der Parkgastronomie. Sie betreuten Klein und Groß an den Fahrgeschäften, in der Lego-Werkstatt oder an den Computern im Mindstorms-Center. Auch für Reinigung und Parkplatzregelung waren viele Kräfte eingesetzt.
Vor kurzem hat das Arbeitsamt im 3-D-Kino des Freizeitparks eine Informationsveranstaltung für hunderte Saisonkräfte abgehalten. Der Günzburger Behördenchef Bernhard Schäffler war selber dabei, hat sich das Legoland doch als kleine Jobmaschine erwiesen, die ihm in diesem Jahr ein paar hundert Arbeitslose mehr erspart hat.
Zu Spitzenzeiten im Sommer arbeiteten im Park bis zu 750 Saisonkräfte. Während der Herbstferien in der letzten Woche, als noch einmal voller Betrieb herrschte und täglich 7000 Besucher und mehr in die Klötzchenwelt eintauchten, waren noch 400 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen im Einsatz.
Die Beratungstermine, die in den vergangenen Tagen im Arbeitsamt für arbeitslose Legolandbeschäftigte frei gehalten wurden, seien kaum genützt worden, wundert sich Schäffler. Er rechnet mit einem größeren kurzfristigen Andrang, wenn der Winterbetrieb im Freizeitpark jetzt beginnt und hunderte Arbeitsverhältnisse offiziell für beendet erklärt werden. Viele „Legofreunde“, wie die Mitarbeiter im Park genannt werden, würden gerne wieder dabei sein, wenn Legoland am 12. April 2003 in seine zweite Saison startet. „In manchen Bereichen zeichnet sich eine Rückkehrer-Quote von 75 Prozent ab“, sagt Parksprecherin Marion Moormann. In anderen Bereichen ist die Fluktuation größer. Der eine oder andere hat sich die Arbeit in einem Freizeitpark etwas anders vorgestellt und ging von selbst. Einige haben die Wartezeit auf einen Studienplatz mit dem Legoland-Job überbrückt und stehen 2003 nicht mehr zur Verfügung.
„Wir setzen auf Leute, die sehr flexibel sind“, nennt Moormann eine wichtige Anforderung an Parkmitarbeiter. Diese sollen kurzfristig einsatzbereit sein, wenn etwa bei schönem Wetter mit großen Besucherströmen zu rechnen ist. Wichtig ist auch die Bereitschaft zu Wochenendarbeit. Der Mindestlohn beträgt 7,70 Euro und steigt mit der Qualifikation, die eine Tätigkeit im Park erfordert.
Legoland steht im Ruf, eher geringe Löhne zu zahlen. Für Arbeitsamtschef Schäffler trifft dieser Eindruck nicht zu. „Die meisten Leiharbeitsfirmen zahlen für ungelernte Kräfte keine 7,70 Euro Stundenlohn“, stellt er fest. Er ist froh, den Freizeitpark mit den hunderten neuen Arbeitsplätzen in seinem Amtsbezirk zu haben. Etliche Langzeitarbeitslose hätten dort Beschäftigung gefunden.
Etwa zehn Saisonbeschäftigten hat ihr Einsatz sogar einen ganzjährigen Arbeitsplatz eingebracht. Sie wurden laut Parksprecherin Moormann in feste Anstellungsverhältnisse übernommen, deren Zahl sich damit auf 140 beläuft.
Für Anfang 2003 kündigt sie wieder Jobbörsen an, bei denen neue Saisonbeschäftigte rekrutiert werden. Gestern Abend gab es für rund 450 Saisonmitarbeiter im Legoland ein großes Abschiedsfest. Der Park öffnet ab sofort nur noch an den Wochenenden. Öffnungszeiten samstags und sonntags bis vor Weihnachten: 11 bis 17 Uhr. www.
(Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung vom 04.11.2002)