Alles anzeigenDas Oktoberfest in München muss man eigentlich nicht erklären. Jeder kennt es, rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich das größte Volksfest der Welt.
Dabei fing die Wies’n einst ganz klein an. Anlass war die Hochzeit zwischen Prinz Ludwig und Prinzessin Therese, der Namensgeberin der Theresienwiese. An jenem 12. Oktober 1810 wurde in München überall gefeiert, sowohl privat als auch öffentlich. Das letzte Fest zu diesem Anlass war das Pferderennen am 17. Oktober. Dies soll nach Überlieferungen der Ursprung des Oktoberfestes sein, sicher ist das allerdings nicht.
Im darauffolgenden Jahr wurde das Fest erneut vom Landwirtschaftlichen Verein in Bayern veranstaltet. Bis 1818 wurde die Wies’n weiterhin privat veranstaltet, nur 1813 gab es eine Unterbrechung wegen des napoleonischen Krieges. 1819 übernahm die Stadt München das Zepter und ließ das Oktoberfest jährlich veranstalten. Ein Jahr zuvor kam das erste Karussell auf die Wies’n, und auch Losbuden, Schaukeln und Kletterbäume waren bereits dabei.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts gab es noch weitere Höhepunkte für das Oktoberfest. 1850 wurde die zwanzig Meter hohe Bavaria enthüllt, drei Jahre später war die Ruhmeshalle fertiggestellt.
Kriege und Epidemien sorgten zwar dafür, dass das ein oder andere Oktoberfest ausfallen musste, aber diese Unterbrechungen taten der Beliebtheit der Wies’n keinen Abbruch. Immer mehr entwickelte sich der Volksfestcharakter, bunte Lichter erhellten den Festplatz, 1880 kam die Genehmigung für den Bierverkauf und ein Jahr später die Hendlbraterei – zwei Dinge, die bis heute untrennbar mit dem Volksfest verbunden sind. Musikkapellen sorgten für Unterhaltung, immer mehr Schausteller fanden den Weg auf das Oktoberfest. 1892 kam das erste elektrisch betriebene Karussell auf den Platz – eine Sensation für die damalige Zeit.
Auch im zwanzigsten Jahrhundert musste das Oktoberfest manchmal ausfallen: zwei Weltkriege, eine Inflation und natürlich die Nachkriegszeit forderten ihren Tribut, und in manchen Jahren wurde das Oktoberfest durch kleine Herbstfeste ersetzt. 1949 nahm die Wies’n wieder Fahrt auf, von nun an allerdings ohne das traditionelle Pferderennen. Dieses fand seitdem nur zum 150. und 200. Jubiläum statt.
Der Abend des 26. September 1980 endete tragisch, als am Haupteingang des Festgeländes eine Bombe explodierte. Dabei starben 13 Menschen, mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt.
Auch wenn es heute auf dem Oktoberfest höher, schneller und lauter zugeht, so gibt es doch einen Bereich, der an vergangene Zeiten erinnert. Die „Oide Wies’n“ begeistert seit dem Jubiläumsjahr 2010 mit wunderschönen Klassikern aus vergangenen Zeiten und ermöglicht einen etwas anderen Kirmesbesuch. (HM)
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