Flaute auf dem Rummel
Morgen ist der letzte Tag des Frühjahrsmarktes - Weniger Gäste als sonst
Lübeck. Morgen geht der Frühjahrsmarkt auf der Wallhalbinsel zu Ende. Trotz des schönen Wetters in den vergangenen zwei Wochen beklagen die Schausteller Umsatzeinbußen.
An den ersten acht Tagen sei das Geschäft noch zufriedenstellend gewesen, "wir sind an diesem Standort ja nicht gerade verwöhnt", sagte der Chef des Schaustellerverbandes, Holger Bock. "Aber seitdem sich abzeichnet, dass der Krieg im Irak keine schnelle Sache wird, sind deutlich weniger Gäste gekommen."
Der Verzicht aufs Rummel-Vergnügen habe aber bestimmt auch noch andere Gründe, meint Bock: "Die Konjunkturflaute macht uns ganz schön zu schaffen." Da halfen auch keine frühlingshaften Temperaturen: "Wir hatten zu dieser Zeit schon ewig nicht mehr so schönes Wetter", sagt Bock. Daher seien die Kollegen besonders enttäuscht. Heute von 14 bis 23 Uhr und morgen von 14 bis 22 Uhr drehen sich ihre Karusselle noch, dann hoffen die Schausteller auf bessere Geschäfte in Flensburg, Rostock und Schwerin, wo die nächsten Jahrmärkte anstehen.
Der Krieg sei tägliches Gesprächsthema bei den Schaustellern. "Sie sind alle dagegen", erklärt Bock. Die Politiker hätten mehr Mittel zu seiner Verhinderung ausschöpfen müssen. Vielleicht sollte man die Politik ohnehin lieber den Kindern überlassen, überlegt Bock: "Dann gibt es für alle den ganzen Tag Eis und Schokolade - und Bauchschmerzen. Aber keine Kriege." sab
(Quelle: Lübecker Nachrichten vom 29.03.2003)