- Offizieller Beitrag
22 000 Schützen zogen durch die City
"Sollte jemand schwächeln, steht der ASB zur Verfügung", sagte Günter Schröder (68), Präsident des Schützenverbandes Hamburg und Umgegend, vorsorglich von der Bühne vor dem Rathaus aus. Doch die Bedenken des Chefs von 22 000 Schützen waren unbegründet. Trotz hoher Temperaturen hielten die gut 3500 Teilnehmer des 24. Schützen- und Trachtenumzugs am Sonnabend durch und marschierten vom Rathausmarkt zum Dom auf dem Heiligengeistfeld, wo sie sich schnell auf die Gastwirtschaften verteilten.
Schirmherr des diesjährigen Traditionsumzugs war Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU), der in seiner kurzen Ansprache auf die Tradition des Schützenwesens einging. "Die Schützen waren wichtig für die Wehrhaftigkeit der Stadt. Deshalb sind wir besonders stolz, den Rathausmarkt zur Verfügung zu stellen", so Peiner, der daran erinnerte, dass funktionierende Bürgerwehren der Stadt immerhin so wichtig waren, dass der amtierende Schützenkönig ein Jahr lang keine Steuern zu zahlen brauchte. "Das können wir heute nicht mehr leisten, aber wir haben einen Ehrenpreis des Senats", so Peiner. Neben dem Senatspreis wurden weitere Ehrenscheiben verliehen und die Schützenkönige und -königinnen aller Altersklassen geehrt, bevor sich der Zug, in dem sich auch Reiter, Kutschen und Trachtengruppen befanden, in Bewegung setzte.
Die öffentliche Preisverleihung auf dem Rathausmarkt war ein Novum in der Geschichte des Schützen- und Trachtenumzugs und eigentlich aus der Not geboren. Denn: Auf dem Dom gibt es diesmal kein Festzelt, das groß genug gewesen wäre, alle Schützen aufzunehmen. Dabei besteht eine enge Verbundenheit zwischen dem Dom und den Schützen. So war das Heiligengeistfeld lange Exerzier- und Übungsplatz der Hamburger Bürgerwehren. Und das Landesschießen wurde noch bis vor wenigen Jahrzehnten auf dem Dom durchgeführt, bevor es aus Sicherheitsgründen auf Schießstände verlegt wurde.
Ganz unangenehm war den Schützen die Aufmerksamkeit aber nicht, die sie diesmal auf dem Rathausmarkt erregten. "Mal sehen, was wir beim Jubiläumsumzug im kommenden Jahr machen", sagte Schützenpräsident Schröder, der sich der Unterstützung des Senators gewiss sein kann. "Der 25. Umzug wird für uns besonderer Ansporn sein, uns noch mehr Mühe zu geben", versprach Peiner.