Zitat: Neue Westfälische
LÜBBECKE
06.09.2004
Wieder mehr Schlägereien
"Blasheimer": Gewalt verlagert sich / Kinder und Jugendliche bringen Alkohol mit.
Lübbecke-Blasheim (hgm). Vertreter der Stadt, der Rettungsorganisationen und der Schausteller zogen gestern ein erstes Fazit über den Verlauf des 435. Blasheimer Marktes Demnach lagen die Vorfälle von Gewalt und Kriminalität über der Zahl der Vorjahre.
Betont wurde allerdings, dass der Blasheimer Markt im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen immer noch ein "ruhiges Pflaster" sei.
Ernst Labitzke (DRK-Bereitschaft) erläuterte, das die Zahl der behandelten Verletzungen zugenommen habe. Aufgrund von hohem Alkoholkonsum sei die Hemmschwelle zur Brutalität offenbar überschritten worden. Bei einem Verletzten sei durch einen Schlag der Schädelknochen freigelegt worden.
Wie Festwirt Karlheinz Meier berichtete, sei der einer seiner Servicekräfte auf dem Weg zum Parkplatz überfallen und krankenhausreif geschlagen worden. Der Schausteller Waldo Parpalioni meinte, dass es besonders schlimme Auswirkungen habe könne, wenn bei den Schlägereien die Glasbierkrüge als gefährliche Waffe benutzt würden.
Bedauert wurde von den Anwesenden, dass die Polizei der Einladung zum Bilanz-Gespräch nicht gefolgt sei und somit keine weiteren Informationen zum Ausmaß der Kriminalität gegeben werden könne.
Deutlich herausgestellt wurde aber, dass der Einsatz der Polizei auf dem Festgelände vorbildlich gewesen sei und es auch nicht auf dem Blasheimer Markt selbst brutal zugegangen sei, sondern verstärkt in den Randzonen des Geländes. "Durch die hohe Polizeipräsenz auf dem Markt hat sich de Gewaltbereich verlagert."
Der Marktausschussvorsitzende Eckhard Rux forderte, dass die Festzeltbetreiber die Öffnungszeiten besser einhalten müssten. Über dieses Thema solle noch mit den Gastronomen gesprochen werden. Das war einhellige Meinung: Die Zelte sollten keineswegs bis 6 Uhr oder noch länger offen sein, sondern spätestens um 4 Uhr morgens geschlossen werden sollten.
Zum Thema Alkoholkonsum führte Marktmeister Rolf Kleffmann aus, es sei beobachtet worden, dass sich Kinder und Jugendliche alkoholische Getränke zum Markt mitbrächten und dort tränken. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass in den Festzelten oder an den Ausschankständen Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgegeben wird."
Zu der Kritik der Wirte, dass ihnen ein finanzieller Schaden durch den Verlust einer großen Menge von Kunststoff-Getränkebechern entstanden sei, nahm Bürgermeister Gerhard Bösch Stellung. Er erklärte, dass die Betroffenen sich im Vorfeld des Marktes gegen ein Pfandsystem für die Kunststoffbecher ausgesprochen hätten.
Die Zahl der Marktbesucher schätzte Rolf Kleffmann auf 400.000: Das Aufkommen liege sicherlich an der Obergrenze aller bisherigen Märkte.
Ein weiteres Thema war der technische Ausfall des Großfahrgeschäftes "Airwolf". Dabei habe es auch einen Unfall gegeben. Das Fahrgeschäft sei Samstagnacht außer Betrieb gesetzt worden. Die Schaustellervertreter sagten, dass es keine akute Gefährdung der Fahrgäste gegeben habe.
Rolf Kleffmann bestätigte ferner, dass es beim "Fliegenden Teppich" einen kurzzeitigen technischen Defekt gegeben habe, der aber ohne Folgen geblieben sei.
Ursprung: /http://www.nw-news.de/nw/lokale_news…cke/?cnt=220665
Gruß Ralf