- Offizieller Beitrag
Die Polizei geht davon aus, dass doppelt so viele Marken gefälscht wurden. Die Spur führt ins ehemalige Jugoslawien.
MüNCHEN - Im bisher größten Betrugsfall auf dem Münchner Oktoberfest hat die Polizei mehr als 30000 gefälschte Bier-Wertmarken sichergestellt. Ein 33 Jahre alter Mann aus Ex-Jugoslawien wurde festgenommen, sein 50 Jahre alter Komplize zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch ist nicht auszuschließen, dass doppelt so viele falsche Gutscheine gedruckt worden sind. Betroffen sind drei Zelte auf dem größten Volksfest der Welt. Wären alle Marken in Umlauf gekommen, hätte der Schaden bis zu 400 000 Euro betragen können.
Biermarken sind begehrte Gutscheine, die meist von Firmen für ihre Mitarbeiter gekauft werden. Für eine Wertmarke erhält der Oktoberfestbesucher eine Maß Festbier.
Auch zwei Schüler, die Fälschungen erworben und weiterverkauft hatten, wurden nach Polizeiangaben vom Mittwoch vorübergehend festgenommen. „Das ist jetzt meine 20. Wiesn, aber eine kriminelle Aktivität in dieser Größenordnung habe ich noch nicht erlebt“, sagte Oktoberfest-Chefin Gabriele Weishäupl.
„Die Spur führt ins ehemalige Jugoslawien“, sagte ein Sprecher der Polizei. Dort stehe auch die professionell ausgestattete Fälscherwerkstatt mit den Druckplatten für die Prägungen der Falsifikate. Der Betrug funktionierte nach Art eines Kettengeschäfts: Das Fälscherduo gab die Marken zum Stückpreis von 3,50 Euro an Mittelsmänner ab, die sie für 4 Euro weiterverkauften. Der Endkunde legte 5 Euro für die Fälschung auf den Tisch, immer noch 2 Euro weniger als der offizielle Preis für eine Maß.
Quelle: NWZ-Online