Ulrike John, dpa
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Freiburg (dpa) - Meister Werder Bremen hat in der Fußball- Bundesliga den Anschluss zur Spitzengruppe gehalten und einen völlig desolaten SC Freiburg an den Abgrund gedrängt. Die Hanseaten setzten sich mit 6:0 (3:0) beim Abstiegskandidaten durch.
Damit feierte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf eine gelungene Generalprobe für das Champions-League-Spiel beim FC Valencia. Nach der siebten Niederlage hintereinander und der höchsten Heimschlappe seiner Bundesliga-Geschichte - vor Jahresfrist verlor der SC Freiburg gegen Bayern München ebenfalls 0:6 - sieht es für den Sportclub schlecht aus. Vor 24 500 Zuschauern trafen Miroslav Klose mit seinen Saisontoren Nummer neun und zehn (20./23.), Europameister Angelos Charisteas (29./57./87.) sowie Johan Micoud (62.).
«Das kommt mir vor wie ein schlechter Traum. Ich hoffe, dass wir bald wieder aufwachen», sagte der konsternierte SC-Abwehrspieler Sascha Riether. «Es war nicht schwer für uns, so ein Spiel abzuliefern», meinte Klose. «Wir sind richtig aufgemischt worden. Die Verunsicherung hat einige völlig aus der Spur gebracht», erklärte Freiburgs Trainer Volker Finke, der trotz deutlich vernehmbarer «Finke raus»-Rufe jedoch weiterhin nicht zur Disposition steht.
Bereits vor dem Spiel hatte sich Präsident Achim Stocker hinter den 56-Jährigen gestellt. «Es weiß doch jeder, dass eine Trainerentlassung bei uns kein Thema werden kann», sagte er im Stadionmagazin «Heimspiel». Im dreiköpfigen Präsidium sei das Thema in den letzten Wochen nicht einmal mit einem Nebensatz angeschnitten worden.
Um die zunehmende Unruhe im Umfeld einzudämmen, verteilte der Sportclub vor dem Anpfiff ein Flugblatt («Es geht allein um den SC Freiburg») und forderte die Fans zur lautstarken Unterstützung auf. Zudem gab es zwei Tage vor Nikolaus 15 000 so genannte «Drei- Punkte-Mützen» - und dann ordentlich einen auf die Mütze. Die Gastgeber bemühten sich sichtlich, ihre Ängste abzuschütteln und gingen zunächst aggressiv zu Werke. Ihre Schwierigkeiten im Spielaufbau waren jedoch unübersehbar.
Bevor der Abstiegskandidat überhaupt eine Chance herausspielen konnte, schlug es bei ihm zwei Mal ein. Die Bremer hatten nach nur wenige Minuten die Lücken erkannt und Klose nutzte eine Flanke von Paul Stalteri per Direktabnahme zum 1:0. Nur drei Minuten später war der Ex-Lauterer erneut zur Stelle und die Freiburger Anhänger stimmten mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor ein Kinderlied an: «Das Licht ist aus, wir geh'n nach Haus'...»
Als Charisteas auf Vorlage von Klose zum hochverdienten 3:0 erhöht hatte, war das Spiel nach einer halben Stunde entschieden. Die Breisgauer wirkten wie gelähmt und standen nach wie vor so weit weg von ihren Gegenspielern, als fürchteten sie geradezu den Zweikampf. Die einzige Torgelegenheit im ersten Durchgang überhaupt vergab Alexander Iaschwili mit einem Flachschuss kurz vor dem Pausenpfiff. In der zweiten Hälfte reichte Bremen der Schongang: Erneut Charisteas und Micoud erhöhten auf 6:0.
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erschienen am 04.12.2004 um 18:31 Uhr
© Hamburger Abendblatt