- Offizieller Beitrag
Vorwort:
Zwar geht es in dieser News-Meldung um Lidl, aber glaubt ja nicht das es bei ALDI anders ist!! Dort ist es zumindest genauso schlimm wenn nicht sogar noch schlimmer! Vorallem die Beschriebenen Testkäufe wurden sehr gerne auch bei Aldi angewandt! Und das mit den Artikeln pro Minute ist auch ähnlich! Sowie teilweise Unbezahlte Stunden vor und nach den Öffnungszeiten ist auch ähnlich! Bevor jemand hier jetzt jemand denkt ich schmeiße Aldi einfach nur so mit Lidl in einen Topf der irrt sich!! Da ich selber 5 Monate dort gearbeitet habe, weiß ich wovon ich schreibe! :wink:
Verdi: Bei Lidl herrscht ein System der Angst
Berlin - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wirft dem Lebensmitteldiscounter Lidl vor, seine starke Expansion in den vergangenen Jahren nicht zuletzt mit massivem Druck auf die Mitarbeiter erkauft zu haben. So kämen die Angestellten so gut wie nie zu ausreichenden Pausen und würden permanent kontrolliert, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold bei der Vorstellung des von der Gewerkschaft herausgegebenen "Schwarzbuch Lidl" am Freitag in Berlin. Bei dem Discounter herrsche "ein System der Angst". Alle Beschäftigten stünden permanent unter dem Generalverdacht des Diebstahls; sämtliche Taschen und auch Autos der Mitarbeiter würden durchsucht. Die Gewerkschaft hat sich nach eigenen Angaben entschlossen, das Schwarzbuch am internationalen Tag der Menschenrechte herauszugeben, um die "permanente Mißachtung der Arbeitnehmerrechte" bei Lidl anzuprangern.
Für sein "Schwarzbuch" hat Verdi über einen Zeitraum von zwei Jahren mit Hunderten von Beschäftigten Gespräche geführt und versucht, das Firmenkonglomerat um den Unternehmensgründer Dieter Schwarz aufzuschlüsseln. Durch gezielte Ausgründung von Unternehmensteilen wurde nach Gewerkschaftsangaben die Gründung von Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen verhindert. "Wir halten es für ein Menschenrecht, sich Arbeitnehmervertreter wählen zu können", sagte Wiethold.
Lidl ist Teil der Schwarz-Gruppe, die im laufenden Jahr nach eigenen Angaben rund 36 Mrd. Euro Umsatz erzielen wird und in 2500 Filialen mehr als 30 000 Mitarbeiter beschäftigt, überwiegend Frauen. Zu dem Handelskonzern gehört auch die SB-Warenhauskette Kaufland.
Das Unternehmen Lidl hatte sich bereits im Vorfeld der Schwarzbuch-Veröffentlichung vehement gegen die "Diffamierungskampagne" der Gewerkschaft Verdi verwahrt. Es hatte darauf hingewiesen, daß es "wie kein anderes deutsche Unternehmen" in den letzten drei Jahren 45 000 zusätzliche Arbeitsplätze, davon 20 000 in Deutschland, geschaffen hat.
Nach Angaben von Verdi-Vorstand Wiethold herrscht in den Lidl-Filialen "ständige Unterbesetzung und enormer Leistungsdruck". Das Unternehmen sei "billig auf Kosten der Beschäftigten". Wiethold betonte, daß bei Lidl menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf der Strecke blieben. Es gebe nach den Untersuchungen der Gewerkschaft Bespitzelung, Arbeitshetze, zum Teil unbezahlte Arbeitszeit vor und nach den Öffnungszeiten sowie gravierende Mängel im Gesundheitsschutz. "Die Arbeitsbedingungen bei Lidl machen krank", sagte Wiethold.
In dem "Schwarzbuch" kommen Mitarbeiter zu Wort, die unter anderem angeben, unter einem ständigen Zeitdruck beim Abkassieren zu arbeiten. 40 Artikel müßten pro Minute gescannt werden. Mißliebigen Mitarbeitern würden mit Testkäufen Fallen gestellt, um sie loszuwerden. Falls sie nicht hineintappten, werde den Mitarbeitern auch Diebstahl unterstellt.
Quelle: http://morgenpost.berlin1.de/content/2004/1…aft/721768.html