München (dpa) - Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München macht sich für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Asien stark.
Die Bayern werden 300 000 Euro spenden und langfristig eine Patenschaft für ein Projekt in Sri Lanka übernehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in der Sendung «Deutschland hilft» bei SAT 1. Das Projekt wird von Spielern und Verein finanziert.
Wichtig seien langfristige Hilfen über den Moment hinaus, so Manager Uli Hoeneß. Bayern München werde deshalb in Sri Lanka ein Waisenhaus oder eine Schule bauen und dieses Projekt auch «über die nächsten 10 oder 15 Jahre finanzieren». Die Betroffenen «brauchen eine Zukunft», sagte Hoeneß.
Der erste Arbeitstag der Bayern verlief mit dem Trainingsauftakt unspektakulär, auch wenn vier Akteure bei der ersten Übungseinheit fehlten. Ärger bekommt jedoch nur einer: Der Argentinier Martin Demichelis verpasste in Madrid seinen Anschlussflug nach München und muss laut Hoeneß eine Extra-Zahlung für die Seebeben-Opfer leisten. Außerdem fehlten Kapitän Oliver Kahn, der erst am Donnerstag in Dubai zur Mannschaft stößt, sowie der erkältete Iraner Vahid Hashemian.
Nicht mehr zum Bayern-Kader gehört Piotr Trochowski. Der 21 Jahre alte Nachwuchsspieler, der in der Hinrunde auch wegen Verletzungen kein Spiel bestritt, wechselt zum Hamburger SV, nachdem der Transfer zum VfB Stuttgart kurzfristig geplatzt war. Hoeneß attackierte die Schwaben nach dem gescheiterten Wechsel mächtig. «Der VfB hat die Verhandlungen unseriös geführt. Das war nicht gute Kaufmannsart», schimpfte Hoeneß: «Unser gute Verhältnis ist sehr stark beschädigt.»
Aufgebracht reagierte der Manager, der 16 Kilogramm abgespeckt hat, auch auf Berichte über eine angebliche Spieler-Streichliste beim Rekordmeister: «Das ist Blödsinn, dass Spieler weg müssen. Ein Vertrag beim FC Bayern ist so sicher, wie die Bank von England.» Die Spekulationen um mögliche Transfer-Kandidaten wie Samuel Kuffour (nach Italien) oder Roque Santa Cruz (nach Spanien) bezeichnete Rummenigge als «Wintermärchen». Abschminken kann sich Real Madrid sein angebliches Interesse an einer Verpflichtung von Nationalspieler Philipp Lahm, der im Sommer aus Stuttgart nach München zurück kehrt. «Wir wären doch geisteskrank, wenn wir den Lahm verkaufen würden», erklärte Hoeneß.
Kampfeslustig gehen die Bayern auch ihren Großangriff auf drei Titel an - wenigstens einer soll gewonnen werden. Die besten Chancen sieht man national. «In der Bundesliga sind wir die Gejagten, in der Champions League gehören wir zu den Jägern», meinte Rummenigge.
In den nur 18 Tagen bis zum Rückrundenauftakt am 21. Januar gegen den Hamburger SV will Trainer Felix Magath seine Spieler fit machen. Schwerpunkt bildet das Trainingslager in Dubai, zu dem man am Mittwoch aufbricht. «Wir müssen schon Ende Februar in der Champions League gegen Arsenal London spielen, eine Top-Mannschaft in Europa. Spätestens dann müssen wir in Top-Form sein», sagte Magath. In der Bundesliga rechnet er nicht nur mit einem Zweikampf mit Schalke 04, sondern er bezieht auch Stuttgart sowie Titelverteidiger Werder Bremen und Bayer Leverkusen in den Meisterschafts-Kampf mit ein.
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erschienen am 03.01.2005 um 21:56 Uhr
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