- Offizieller Beitrag
Neue "Alte Liebe" versöhnt Kirmesfans
SOEST · Alte Liebe rostet nicht: Soest soll wieder eine Riesenschiffschaukel bekommen. So hieß das legendäre Karussell auf der Allerheiligenkirmes, das Gustav Schneider fast 20 Jahre lang zur Kirmes präsentierte, dann allerdings vor einigen Jahren an einen Freizeitpark verkauft hatte - und sich dabei viel Unmut bei den Soester Kirmesfans zugezogen hat. Der gipfelte darin, dass Schneider für die "Freveltat" im Jahr darauf in den Großen Teich gewippt wurde.
Damals gab es sogar Soester, die eine Art Aktiengesellschaft gründen wollten, um die Schiffschaukel zu kaufen, die Pläne zerschlugen sich aber. Schneider verkaufte, weil die Zahlen der "Schiffsreisenden" - abgesehen von Soest - auf den Rummelplätzen immer weiter zurückgingen.
Nun wollen die Familien Schneider aus Soest und Dortmund eine neue Schiffschaukel bringen. Ganz so neu ist sie aber nicht, sie tourte einige Jahre lang durch die USA und ist jetzt von den beiden Familien gekauft worden. "Es war die einzige Schiffschaukel, die wir weltweit kaufen konnten."
"Clubschiff" befindet sich auf dem Weg nach Europa
Das in Bremen bei der Firma Huss gebaute Karussell soll "Das Clubschiff" heißen. "Wir wollen damit an den momentanen Erfolg der Clubschiff-Serien im Fernsehen anknüpfen", sagt Schneider. Auch die neue Aufmachung folgt diesem Leitbild.
Schneider geht davon aus, dass eine Riesenschiffschaukel auf den Jahrmärkten wieder in Mode kommt. "Es werden derzeit keine neuen Karussells gebaut." Das hat etwas mit nachlassenden Umsätzen beim Gewerbe zu tun. Und die Jugend würde die Fahrgeschäfte aus den 70er- und 80er-Jahren nicht kennen.
Zurzeit ist "Das Clubschiff" auf dem Weg nach Europa. Hier soll es dann modernisiert werden. Ab Juni wollen die beiden Familien Schneider damit auf Tour gehen und hoffen, im November in Soest wieder einen Platz zu bekommen. Diese Frage ist aber noch offen. Nach dem Verkauf der "Alten Liebe" hat inzwischen das kleinere Karussell "Nessie" eines Konkurrenten den Platz auf dem Markt eingenommen. Schneider hofft aber auf seinen "Heimvorteil". Denn das "Clubschiff" in den Abmessungen der "Alten Liebe" soll in Soest seinen Heimathafen haben.
Heinz Jungbluth vom Ordnungsamt: "Wir werden uns das neue Fahrgeschäft genau ansehen und dann erst entscheiden."
Zur Allerheiligenkirmes im kommenden November wollen die Schneiders den Dampfer, sofern er einen Platz bekommt, feierlich taufen - natürlich auf den Namen "Alte Liebe". · kf
Quelle: http://www.soester-anzeiger.de