Düren. Vorfreude ist die schönste Freude. Deshalb, aber auch weil schon alle Verträge unter Dach und Fach sind, präsentierten die Organisatoren der Annakirmes am Mittwoch fünf Monate vor dem Start des größten Volksfestes in der Region die Attraktionen 2005.
Vom 31. Juli bis 7. August werden wieder rund eine Millionen Besucher auf dem Rummelplatz an der Rur erwartet. Präsentiert wird ihnen diesmal ein etwas anderes Kirmesbild.
Was auf den ersten Blick bedauerlich erscheint, eröffnete Platzmeister Max Röntz ganz neue Möglichkeiten: Der Ausfall der Achterbahn schafft Platz für Fahrgeschäfte, die die Annakirmes bisher nicht ansteuerten. So feiern allein drei Großgeschäfte Düren-Premiere. Andere kehren nach längerer Pause an die Rur zurück.
Im Vergleich mit dem Vorjahr gibt es neun andere Attraktionen. «Nach zwei oder drei Jahren sollte man bei der Besetzung einmal durchmischen», sagt Röntz. «Sonst wird es für die Besucher langweilig.»
Die beiden verbliebenen Achterbahn-Betreiber in Deutschland hätten sich diesmal für eine andere Reiseroute entschieden, erklärt Röntz den erzwungenen Verzicht auf Olympia-Looping&Co. Röntz ist aber sicher, diesen Ausfall durch attraktive neue Geschäfte mindestens ausgeglichen zu haben. Dazu zählt der «Transformer», der dem Fahrgast ein völlig neues Fluggefühl bietet: Eine Überkopffahrt mit wechselnden Drehungen lässt ihn ellipsenförmig durch den Raum schießen.
Dort, wo zuletzt der Olympia-Looping stand, ist nun Platz für eine Wildwasserbahn. Die rasanten Vorwärts- und Rückwärtsabfahrten versprechen beim Annakirmes-typischen Hochsommerwetter eine willkommene Abkühlung. Ebenfalls neu in Düren ist der «Spinning Racer». Die Schienenbahn nach dem Prinzip der «Wilden Maus» sieht Röntz als Achterbahnersatz.
Beispiele für Attraktionen, die nach längerer Zeit auf den Annakirmesplatz zurückkehren, sind das Hochfahrgeschäft «Ikarus» und der «Space Roller», der eine wilde Fahrt an einem großen Hebelarm verspricht.
«Ein Kirmesplatz darf nicht allein mit modernen Geschäften bestückt werden», weiß Röntz und freut sich über die Verpflichtung des nostalgischen «Tobbogan». Dabei haben die Zuschauer oft mehr Spaß als die Fahrgäste, die auf einem Laufband schräg nach oben transportiert werden und dabei zwangsläufig ins Straucheln geraten.
Europa-Rad, Wellenflieger, Skooter, Breakdance oder Octopussy heißen die alten Bekannten unter den Fahrgeschäften. Der Bereich «Schau und Belustigung» wird unter anderem durch zwei Geisterbahnen, die Laser- und Lichtshow «Imagination» und den feucht-fröhlichen Verwirrungsspaß «Aqua Velis» abgedeckt.
Seit Monaten führt Röntz Verhandlungen mit Schaustellern. 970 Bewerbungen lagen der Stadt in diesem Jahr vor. Zusagen gab es schließlich für 153 Fahrgeschäfte, Spiel-, Schieß- und Verlosungsbuden, Imbiss- und Ausschankbetriebe. Da die Standgebühren (135.000 Euro kommen für die Stadt als Veranstalter jedes Jahr zusammen und müssen komplett wieder in die Kirmes investiert werden) nicht verhandelbar sind, zählen für Röntz nur Attraktivitätskriterien.
Die letzte Entscheidung fällt der Steuerausschuss, ein Gremium des Stadtrats. In seinem Namen dankte Marianne Hemgenberg Röntz gestern für seine «hervorragende Arbeit».
(cl) (24.02.2005 | 21:10 Uhr)
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