Hamburger Morgenpost, 07. 06. 05
STREIT UMS WERBEKONZEPT
Zoff auf dem Dom
STEPHANIE LAMPRECHT
Schausteller zerstritten über die Ideen von »Springer & Jacoby«
Sie wurde vor wenigen Wochen mit großem Medien-Tamtam angekündigt: Die Image-Kampagne für den Hamburger Dom. Die Werbe-Profis von Springer & Jacoby sollten aus Frühlings-, Sommer- und Winterdom eigene "Lebenswelten" zaubern. Jetzt endet die Zusammenarbeit schon vor dem Sommerdom. Angeblich sei das so "verabredet" gewesen. Tatsächlich solls hinter den Kulissen Zoff unter den Schaustellerverbänden um die teure Arbeit der Werber gegeben haben.
Astrid Geissler, Geschäftsführerin des Schaustellerverbandes, gibt die offizielle Sprachregelung bekannt: "Springer & Jacoby übergibt wie verabredet nach Abschluss der Neuentwicklung des Dom-Designs und der erfolgreichen Kampagne zur Einführung das Steuer wieder an die Schausteller."
Inoffiziell sollen der Schaustellerverband und der konkurrierende "Landesverband des Ambulanten Gewerbes" über die fast 600000 Euro-Kampagne (wird bezahlt aus dem gemeinsamen Werbeetat aller Schausteller) in die Haare bekommen haben. So wurde der Nutzen von PR-Aktionen, wie etwa einem aus Menschen gebildeten Herz, in Frage gestellt.
Der Zoff wurde so laut, dass die Wirtschaftsbehörde Vertreter beider Organisationen am vergangenen Freitag zum Rapport einbestellte. Amtsleiter Franz J. Klein drohte den Schaustellern, ihnen die Verantwortung für die Dom-Werbung zu entziehen, wenn keine Einigung erzielt wird.
Ausgerechnet "Love World" hieß die Idee der Werbeagentur für den Frühlingsdom 2005. Trotz des wenig liebevollen Umgang soll aber auch der Sommerdom unter einem Motto stehen: "Beach World".