Hölzgen am Ende
Bonn – Es ist ein bitterer Gang, den Uwe Hölzgen hinter sich bringen wird. Der Festwirt des Bayern-Zeltes wird im Bonner Amtsgericht erklären, dass er am Ende ist.
Privat und geschäftlich. Er will den Insolvenzantrag stellen. Der bislang so erfolgreiche Unternehmer und Gastronom wirft das Handtuch.
Seit Wochen kann Uwe Hölzgen nicht mehr richtig schlafen. Er weiß: Wenn es auf Pützchens Markt nicht richtig läuft, ist es aus.
Doch es kam knüppeldick. Kurz vor seiner Mallorca-Party am Donnerstagabend sagten die beiden Hauptsponsoren ab. „Ich bin 15 000 Euro Gagen für die Stars sitzen geblieben”, erklärte er dem EXPRESS.
Während auf der Empore die Politiker fröhlich ihre Freibier-Party feierten, kämpfte der Festwirt ums geschäftliche Überleben.
Doch wie alle anderen Schausteller musste auch er einsehen: Es kamen zwar genügend Leute zum Markt, doch die Umsätze blieben dünn.
120 Leute Personal, die beiden Bands bekommen jeden Abend 6000 Euro, die riesigen Logistikkosten für den Transport der drei Festzelte quer durch die ganze Republik – das rechnete sich nicht mehr.
Jeannette Hölzgen: „Nach Rücksprache mit dem Steuerberater und dem Anwalt hat sich mein Mann entschlossen, den Insolvenzantrag zu stellen.”
Uwe Hölzgen ist mit den Nerven am Ende. Doch die großen Zelte bleiben in der Familie. Seine Ehefrau Jeanette Hölzgen: „Wir haben einen Ehevertrag und Gütertrennung. Das Zelt gehört mir. Mein Betrieb wird weiter gehen. Zunächst fahren wir nach Oldenburg und dann nach Bremen. Und auch in Dransdorf werden wir bei der GDKG wieder stehen. Allerdings in abgespeckter Form.”
Möglichen Leichenfledderern, die darauf hofften, die Zelte billig erwerben zu können, erteilt sie eine Absage. „Ich mache weiter wie bisher. Ich habe geerbt und deshalb auch keine finanziellen Probleme.”
Und noch eins: „An den Scheidungsgerüchten ist überhaupt nichts dran. Uwe und ich werden diese Situation gemeinsam meistern. Und wir werden zusammen bleiben.”
Und nächstes Jahr auf Pützchens Markt? „Da werden wir mit dem Bayernzelt wieder hier stehen und gute Geschäfte machen.”
Quelle:[color=#] [/color] Express
Hölzgen-Pleite: Sorgen in der ganzen Republik
Alles soll versucht werden, um Imperium des Festwirtes zu retten
Bonn - Am Tag nach dem Exklusiv-Bericht im EXPRESS gab es in Bonn nur ein Thema: Die Pleite von Bayern-Festwirt Uwe Hölzgen.
Aus der ganzen Republik kamen Anfragen, wie es denn weitergeht. Immerhin steht Hölzgen mit seinen riesigen Zelten auf den großen Jahrmärkten in Düsseldorf, Oldenburg, Bremen, Hamburg und Herne.
Doch Jeanette Hölzgen, die inzwischen Eigentümerin des großen Bayernzeltes ist, verspricht allen: „Wir sind weiter dabei.“
Zwar ist Uwe Hölzgen derzeit mit den Nerven am Ende, doch auch er will weiter kämpfen.
Bei Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter soll alles versucht werden, um das Hölzgen-Imperium zu retten und die rund 120 Arbeitsplätze zu erhalten.
In Schausteller-Kreisen war die Anteilnahme groß. Zu viele haben mit ähnlichen Problemen wie der Festwirt zu kämpfen, denn seit Jahren sind die Umsätze auf den Kirmessen rückläufig.
Sorgen macht man sich auch in Dransdorf bei der GDKG. Dort sollte das Festzelt drei Wochen lang zu Karneval stehen.
Präsident Werner Knauf: „Wir werben schon mit dem Bayernzelt.“ Jeanette Hölzgen verspricht: „Es wird eine gute Lösung geben.“
Quelle: Express