Bewohner des Westerndorfes müssen raus
Landgericht entschied
sk.
PLÄNTERWALD. Die 23 Bewohner des Westerndorfes im Spreepark müssen ihre Wohnungen aufgeben. Dies entschied am Freitag das Landgericht, ohne jedoch einen Termin für den Auszug zu nennen. Es verurteilte den Besitzer des Dorfes, den Unternehmer Rolf Deichsel, außerdem auf Herausgabe der Gebäude. Als Grund wurde angeführt, die Beklagten hätten kein vertragliches Wohnrecht. Rolf Deichsel kündigte Berufung gegen das Urteil an. "Wir werden ein solches Unrecht nicht hinnehmen", sagte er.
Anfang der 1990er-Jahre hatte Deichsel das Westerndorf mit Saloon, Gaststätten, Spielhalle und Pferdestall für umgerechnet 1,9 Millionen Euro im Spreepark aufgebaut, wo er rund 7 000 Quadratmeter gepachtet hatte. Der Spreepark-Betreiber Norbert Witte wollte 1995 das Dorf kaufen. Vereinbart wurde eine Summe von 2,3 Millionen Euro, zahlbar in 144 Monatsraten. Diese 144 Monate enden im Dezember 2007. Bis dahin, so steht es im Vertrag, hat Deichsels Familie ein unentgeltliches Wohnrecht im Dorf. Weil aber Witte, der inzwischen wegen Drogengeschäften in Haft sitzt, die Raten schuldig blieb, ging das Westerndorf wieder in Deichsels Besitz über. Der Insolvenzverwalter des 2001 Pleite gegangenen Spreeparks sah den einst geschlossenen Vertrag als nichtig an und klagte auf Räumung. Wenn er jetzt noch 100 000 Euro als Sicherheit hinterlegt, kann er die polizeiliche Räumung verlangen. (sk.)