Von JESSICA BACKHAUS und DETLEV SCHMIDT
Bonn – Was wäre Pützchens Markt ohne das herrliche Bayernfestzelt der Familie Hölzgen? Arm dran. Und was macht es schon aus, wenn der Chef Insolvenz beantragt hat? Offenbar nichts.
Wir schreiben das Jahr 2005 nach Christus. Ganz Bonn ist bestürzt, als Bayernzelt-Chef Uwe Hölzgen kurz nach Pützchen Insolvenz beantragt. Aber: Der Betrieb geht weiter.
Rückblick: Schon Wochen vor der Bonner Großkirmes war klar – wenn es in Pützchen nicht richtig gut läuft, ist Ende. Doch es kam alles noch viel schlimmer.
Zwei Tage vor der großen Mallorca-Party am Festdonnerstag sagten die beiden Hauptsponsoren ab. „Ich bin auf 15.000 Euro Gagen für die Stars sitzen geblieben“, erklärte Hölzgen dem EXPRESS.
Und trotz einer zufrieden stellenden Zahl an Besuchern musste Hölzgen nach Pützchens Markt eingestehen: 120 Leute Personal, die beiden Bands mit 6000 Euro Gage pro Abend, die riesigen Logistikkosten für den Transport der drei Festzelte quer durch die ganze Republik – das rechnet sich nicht mehr.
Uwe Hölzgen war mit den Nerven am Ende. Doch schnell stand fest: Die großen Zelte bleiben in der Familie. Seine Ehefrau Jeanette: „Wir haben einen Ehevertrag und Gütertrennung. Das Zelt gehört mir. Mein Betrieb wird weitergehen.“
Und so kam es auch. Aber wie EXPRESS berichtete, gab`s jetzt auch Ärger um das Zelt in Dransdorf. Die GDKG trennte sich von Hölzgen.
Trotzdem ist Chefin Jeanette Hölzgen sicher: „Wir sind wie gehabt auch dieses Jahr auf Pützchens Markt dabei.“ Und: Die Hölzgens sind auch außerhalb des Rheinlandes wieder schwer aktiv. So steht etwa ein weiteres Festzelt zur Pützchens Markt-Zeit in Nürnberg.
Das hatte bei vielen schon für Verwirrung gesorgt. Die Stadt bestätigte inzwischen den Eingang von Hölzgens Bewerbung. Die werde allerdings noch eingehend geprüft, heißt es aus dem Stadthaus.
Denn die Beamten sind sich angeblich nicht sicher, ob sie auf Hölzgens Zuverlässigkeit bauen können. Und sehen sich schon mal nach einem anderen Festzelt um. Und ob Hölzgen den Zuschlag bekomme, sei überhaupt noch nicht sicher.