Mein erstes Posting...
und vielleicht habe ich mich mit dem Brief, den ich im Februar ans Flensburger Ordnungsamt geschrieben habe und den ihr gleich lesen könnt, ja ein bisschen zu weit hinausgelehnt.
Ich hoffe, das es nicht falsch war :oops:, aber es staute sich in den letzten Jahren einfach an. Bitte Gnade vor Recht! :lol:
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit meiner Kindheit (Jahrgang 1969)interessiere ich mich für Kirmes und insbesondere für den Flensburger Jahrmarkt. Nun beobachte ich seit vielen Jahren den "Zerfall" dieser zweimal jährlich stattfindenden Grossveranstaltung.
Ich finde es schade, dass kein Interesse darin besteht, Besucher nach Flensburg zu locken und Geld in die Stadtkasse zu holen. Bei ähnlich grossen Jahrmärkten in Deutschland kommen bis zu einer Million Besucher (vergleichen sie nur mal den Jahrmarkt in Süderbrarup und Heide mit Flensburg; es sind zwar nicht eine Million Besucher, aber es sind "Magnetveranstaltungen", die Besucher aus Nah und Fern anlocken und die Wirtschaft ankurbeln).
Flensburg hat im Gegensatz zu fast jeder anderen Stadt in Deutschland noch nicht mal eine Jahrmarktsinternetpräsenz. Und als Nachbar des Landes Dänemark, in dem es nur wenige Jahrmärkte gibt, wird hier wohl Geld verschenkt.
Es wäre schön, wenn man dem Flensburger Jahrmarkt auch nur annähernd die Attraktivität verleihen könnte, die dieser Jahrmarkt z.B. in den 80er Jahren hatte.
Zu diesen Märkten kamen Schausteller aus ganz Deutschland und teilweise aus ganz Europa. Es gab mehrfach eine dreistöckige Geisterbahn (Kingdome of Magic - heute: bekannt unter "Grüne Hölle"-Nachanmerkung:Daemonium), fast jedesmal stand eine Achterbahn auf dem Platz und es gab jeweils mehrere neue oder zumindest gute Attraktionen. Es mussten Sonderbusse der Stadtwerke eingesetzt werden und es kam ein großes Publikum aus Schleswig-Holstein und Dänemark. Flensburg galt als der Platz in Schleswig-Holstein (von der bespielten Fläche her ist er es nach wie vor). Wenn man es mit dem heutzutage stattfindenden Dampfrundum vergleicht, kamen sicherlich genauso viele Besucher, und nicht wie es in einer inoffiziellen Statistik (Flensburger Tageblatt) heisst: 80.000 Besucher pro Jahrmarkt. Wenn das stimmen würde, so wären an neun Markttagen (bei einer Öffnungszeit von 9 Stunden) lediglich 987 Besucher stündlich auf dem Platz (bei einer Verweildauer von 60 Minuten). Wenn angeblich 300.000 Besucher an zweieinhalb Tagen das Dampfrundum besuchen und es genauso viel Gedrängel auf der sicherlich kleineren Marktfläche des Dampfrundums gibt, kann diese Zahl nicht stimmen (300.000: 2,5 = 120.000; 120.000:13 Stunden Öffnungszeit = 9.230 Besucher stündlich). Zumal ich immer mehr Leute kenne, die auf den Jahrmarkt wollen (fast jede Familie mit Kindern kommt da gar nicht drum rum), als auf das Dampfrundum.
Heute gibt es noch nicht einmal unter Garantie ein Riesenrad auf dem Platz (beim Herbstmarkt so gut wie nie), was eine Achterbahn ist, wissen die Kinder in Flensburg gar nicht mehr :-). In diversen Internetforen wird über den Flensburger Markt mittlerweile Negatives berichtet.
Der Septemberartikel im Flensburger Tageblatt (Schausteller murren - Jahrmarkt hat Lücken) beschreibt die Nöte der Schausteller, trumpft aber auch mit Unwissenheit auf. Es genügt sicherlich nicht, Schausteller nur bis Lübeck zu suchen, zumal die meisten Attraktionen nun mal nicht aus Schleswig-Holstein kommen. Der Herbstmarkt hatte auch nicht schon immer Lücken.
Und wenn auf Grund der vielen Märkte im September (z.B. Oktoberfest, Cannstatter Wasen) nicht mit Besserung zu rechnen ist, muss man den Termin wohl verschieben. Ich wünschte mir, Sie würden sich mal die Internetseiten zum Thema Kirmes anschauen, dann wüssten Sie, was Jahrmarkt ist.
Ich schreibe diese Kritik wohlgesonnen.
Ich hoffe lediglich, dass Flensburg wieder etwas Schönes zurück erhält. Mir ist klar, dass die heutige finanzielle Situation der Menschen und auch das generell breitere Angebot dazu führt, dass Märkte weniger Besucher haben. Aber deshalb muss man einen Markt ja nicht "sterben lassen". Und nur eine Attraktion pro Markt (wie dieses Jahr eventuell "Top Scan") ,keinerlei vernünftige Werbung und keine Hilfen seitens der Stadt an die Schausteller locken niemanden hinter dem Ofen hervor.
Mit freundlichen Grüssen
(hier stand mein Name)