- Offizieller Beitrag
Neuen Schwung in die langwierige Debatte um den geeigneten Standort für ein Riesenrad in Berlin bringt jetzt ein alternatives Projekt, das anders als die bislang diskutierten Ideen bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft realisiert werden soll. Nach Informationen der Berliner Morgenpost will eine Gruppe um den in Berlins Club-Szene bekannten Amerikaner Walter E. Potts auf dem BSR-Gelände an der Holzmarktstraße in Friedrichshain schon Anfang Juni ein Riesenrad installieren.
Das Ganze fällt allerdings eine Nummer kleiner aus als das gigantische Projekt der 175-185 Meter großen Touristenattraktion, um dessen Realisierung unter anderen der Entwickler Michael Waiser sowie der Schausteller Adolf Steiger konkurrieren.
Potts bestätigte gestern Pläne für ein 40 Meter großes Riesenrad, das er auf dem Grundstück der Spree Urban Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der BSR, aufstellen will. Details wollte der Initiator unter Verweis auf die laufenden Verhandlungen mit möglichen Sponsoren zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.
Dem Vernehmen nach ist die Vermarktung von Werbeflächen auf den Gondeln für die Finanzierung der Idee vorgesehen. Das Riesenrad soll sich bereits zur Fußball-WM von Anfang Juni bis September auf dem Ufergrundstück an der Spree drehen, wo Potts auch den "Wild West Strandmarkt" betreibt.
Dem zuständigen Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), liegt ein Konzept der alternativen Riesenrad-Initiatoren vor. "Da nur als temporärer Bau gedacht, ist die Umsetzung genehmigungsrechtlich einfach, weil kein Bauantrag erforderlich ist und das Ganze vielmehr nur vom TÜV abgenommen werden muß. Nach vorläufiger Prüfung der ersten Unterlagen denke ich, daß es machbar ist", schätzt Schulz die Chancen positiv ein.
Walter Potts, ein ehemaliger Koch aus Los Angeles, hat sich sowohl in der Berliner Szene als auch international mit seinem Club und Restaurant "White Trash Fast Food" an der Torstraße in Mitte einen Namen gemacht. Neben Altrocker Mick Jagger zählten auch Pink oder Vin Diesel zu den berühmten Gästen des Treffs, der seit Dezember an der Schönhauser Allee sein neues Domizil hat. Auch der Wild West Strandmarkt an der Holzmarktstraße in Friedrichshain, der im Mai wieder öffnen wird, ist eine Initiative des Kaliforniers.
Unterdessen stellt der Senior Vice President der Anschutz Entertainment Group, Kevin Murphy, heute im nichtöffentlichen Teil des Stadtplanungsausschusses des Bezirks seine Idee für ein Riesenrad auf dem Anschutz-Areal am Ostbahnhof vor.
Quelle: http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/0…lin/825100.html