Mehr Zeit zum Einkaufen – weniger Zeit für den Jahrmarkt
Berlin/dpa
– Discounter und längere Ladenöffnungszeiten machen den Wochenmärkten und Volksfesten in Deutschland zu schaffen. „Allein die Wochenmärkte haben seit dem Jahr 2000 einen Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent hinnehmen müssen“, sagte Wilfried Thal vom Bundesverband der Deutschen Schausteller und Marktkaufleute. Bei dem Preiskampf der Billig-Läden könnten die Markthändler nicht mithalten. Die längeren Ladenschlusszeiten führten vor allem auf den Volksfesten zu einem Besucherrückgang.
Trotz Mehrwertsteuererhöhung werden die Schausteller und Marktkaufleute ihre Preise kaum erhöhen. Der Großteil der Betriebe zahle den ermäßigten Mehrwertsteuersatz, sei von der Anhebung folglich nicht betroffen. Der Bundesverband der Deutschen Schausteller und Marktkaufleute vertritt bundesweit 1,5 Millionen Schausteller und Markthändler, die jährlich einen Umsatz von fünf Milliarden Euro erwirtschaften.
Im vergangenen Jahr hielten nach Angaben des Verbands die Fußball-Weltmeisterschaft und der teilweise regnerische Sommer viele Besucher von den Jahrmärkten fern. „Die Saison 2006 war insgesamt für die Schausteller und Markthändler nicht gut“, sagte Verbandspräsident Hans-Peter Ahrens. Zugleich kämpfen die Betriebe nach seinen Angaben mit stetig steigenden Standgebühren. Seit 1995 hätten sich die Mieten nahezu verdoppelt.
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