In Schleswig-Holstein gehen die Benzindiebe um
20. Mai 2008 | 14:55 Uhr | Von lno
Auto fahren wird zum Luxus: In der vergangenen Wochen überschritt der Literpreis für Benzin erstmals die magische 1,50-Euro-Marke. Die Polizei beobachtet seitdem eine verstärkte Zunahme im Bereich des Kraftstoff-Diebstahls.
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Der Literpreis für Benzin und Diesel hat in der vergangenen Woche die magische Grenze von 1,50 Euro überschritten. Foto: ddp
In Schleswig-Holstein geht der Benzin- und Diesel-Klau um. Angesichts immer neuer Höchststände bei Benzin und Diesel haben die Kraftstoff-Diebe nicht nur abgelegene Baustellen im Blick. Auch an Tankstellen beobachtete die Polizei in den vergangenen Wochen einen Anstieg von Benzindiebstahl und Tankbetrug. "Konkrete Zahlen liegen jedoch bislang nicht vor", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Kai Schlotfeldt, am Dienstag in Kiel.
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In Neumünster überschritt der Literpreis für Benzin erstmals die magische 1,50 Euro-Marke. In den anderen Landesteilen liegt der Literpreis nur unwesentlich darunter. So ist Dieselkraftstoff - früher eine preiswerte Alternative - zum Teil genauso teuer wie Otto- Kraftstoff. Für Diesel muss man im nördlichsten Bundesland heute rund 20 Cent mehr zahlen als vor sechs Wochen. Damit wird das Autofahren für viele unerschwinglich.
Nur die Wassersportler blieben bislang verschont
Kriminelle Autofahrer nutzen meist nachts einsame Plätze, um anderen Fahrern den teuren Stoff aus dem Auto abzuzapfen. In den vergangenen Tagen zum Beispiel wurden unter anderem 700 Liter Dieselkraftstoff aus abgestellten Baufahrzeugen und Baumaschinen auf einem Parkplatz nahe Hörnum gestohlen, 400 Liter stahlen Diebe aus einem Baustellenfahrzeug in Emmelsbüll-Horsbüll (beides Kreis Nordfriesland). Und ein Kieler Autofahrer fuhr wochenlang mit gestohlenem Benzin - er wurde in der Nacht zu Dienstag in Uetersen (Kreis Pinneberg) mit einem frisch gezapften 20-Liter-Kanister festgenommen.
Lediglich die Wassersportler blieben bislang von dem Kraftstoff- Klau verschont, sagte Wolfgang Boe vom Wasserschutzpolizeirevier Husum. Boe ist mit seinen Kollegen für die Nordseeküste von der Elbe bis zur dänischen Grenze zuständig. Auch in den Sportboothäfen an der Ostseeküste verzeichneten die Beamten bislang keinen Anstieg dieser Taten.